VR Therapie in der Psychotherapie
Anwendung, Wirkung und Einsatz virtueller Realität in Therapie und Klinik
Die VR Therapie (Virtual Reality Therapie) gehört zu den innovativsten Ansätzen in der modernen Psychotherapie. Sie ermöglicht es, Patient:innen gezielt mit belastenden Situationen zu konfrontieren – kontrolliert, sicher und individuell anpassbar.
Besonders bei Angststörungen, Phobien, Sucht und Depressionen zeigt die VR Therapie vielversprechende Ergebnisse und wird zunehmend in Kliniken und Praxen eingesetzt.

Was ist VR Therapie?
VR Therapie ist eine Form der Psychotherapie, bei der virtuelle Umgebungen gezielt zur Behandlung eingesetzt werden. Diese wird auch als Virtual Reality Therapie oder VR Psychotherapie bezeichnet.
Patient:innen tauchen mithilfe einer VR-Brille in simulierte Situationen ein, die therapeutisch genutzt werden können.
Die Szenarien lassen sich präzise steuern und beliebig oft wiederholen.
Wie funktioniert die Therapie mit VR-Brille?
Die Behandlung erfolgt unter Anleitung von Therapeut:innen, die den Verlauf aktiv steuern.
Die virtuellen Szenarien werden schrittweise angepasst, um Patient:innen kontrolliert an belastende Situationen heranzuführen.
Diese Form der VR Expositionstherapie ermöglicht:
- systematisches Bearbeiten von Ängsten
- Erlernen neuer Verhaltensweisen
- Therapie ohne reale Risiken
Therapeut:innen steuern die Inhalte über eine Desktop-Anwendung und können einzelne Elemente gezielt anpassen – etwa die Größe oder Anzahl von Spinnen oder die Reaktionen eines virtuellen Publikums.
So bleibt die Behandlung jederzeit kontrollierbar und individuell anpassbar.

Einsatzbereiche in der Psychotherapie
VR Therapie wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt:
Die Inhalte können flexibel an unterschiedliche Krankheitsbilder angepasst werden.
Vorteile der Virtual Reality Therapie
VR Therapie verbindet therapeutische Kontrolle mit hoher Realitätsnähe:
- sichere und kontrollierbare Umgebung
- realitätsnahe Exposition ohne reale Risiken
- flexible Anpassung an individuelle Bedürfnisse
- hohe Wiederholbarkeit von Therapiesituationen
Wirksamkeit der VR Therapie:
wissenschaftlich belegt.
Studien zeigen, dass die VR Therapie vergleichbare Behandlungserfolge wie klassische In-vivo-Therapie erzielt.
Gleichzeitig treten weniger Therapieabbrüche auf und der organisatorische Aufwand ist geringer.
Diese Ergebnisse werden durch zahlreiche internationale Studien bestätigt.
Vorteile der VR-Therapie auf einen Blick
- Schnelle und flexible Integration in den Therapiealltag
- Realitätsnahe Exposition in sicherer Umgebung
- Geringere Therapieabbrüche
- Mehrfache Exposition ohne Ortswechsel
- Individuelle Steuerung durch Therapeut:innen
Nachteile der herkömmlichen In-vivo Therapie
- Hoher organisatorischer Aufwand
- Höhere Abbruchraten
Besonders bei Angststörungen und Phobien zeigt die VR Therapie eine hohe Wirksamkeit.

VR Therapie im Praxisalltag mit dem VR Coach smartsystem
Mit dem VR Coach smartsystem lässt sich VR Therapie strukturiert in den klinischen Alltag integrieren.
Vorteile für Ihre Einrichtung:
- Integration von VR Therapie in bestehende Behandlungsabläufe
- Flexible Steuerung der Szenarien durch Therapeut:innen
- Anpassung der Exposition in Echtzeit
- Einsatz bei verschiedenen Störungsbildern möglich
- Hohe Akzeptanz durch intuitive Bedienung
- Stärkere Differenzierung gegenüber anderen Therapieangeboten
- Attraktivität als moderner Arbeitgeber im therapeutischen Bereich
Häufige Fragen zur VR Therapie - kurz erklärt für Klinik und Praxis
Ist VR-Therapie wissenschaftlich belegt?
Wirksamkeit der VR Therapie: Studien und Metaanalysen
Ja. Eine Metaanalyse von Carl et al. (2019) mit 30 Studien und 1.057 Teilnehmer:innen zeigt eine Effektstärke von g = 0,90 für VR-Expositionstherapie gegenüber Warteliste — vergleichbar mit klassischer In-vivo-Exposition. Gleichzeitig liegt die Therapieabbruchrate bei VR mit 16 % leicht unter der von In-vivo-Therapie (19,6 %).
Wie gut nehmen Patient:innen VR-Therapie an?
Akzeptanz und Therapietreue bei VR Therapie
Die Akzeptanz ist hoch. Metaanalysen zeigen eine Therapietreue von 84 % — leicht besser als bei klassischer In-vivo-Exposition.
Viele Patient:innen erleben den Einstieg über VR als weniger bedrohlich als die direkte reale Konfrontation, was besonders bei hohem Leidensdruck den Therapiebeginn erleichtert.
Gibt es Nebenwirkungen oder Kontraindikationen bei VR-Therapie?
Nebenwirkungen und Kontraindikationen der VR Therapie
VR-Therapie ist gut verträglich. Gelegentlich kann es zu kurzfristigem Schwindel oder leichter Übelkeit kommen — in der Regel mild und vorübergehend. Vorsicht ist geboten bei Epilepsie, psychotischen Störungen und ausgeprägter Dissoziationsneigung.
Für Kinder unter 12 Jahren wird der Einsatz derzeit nicht empfohlen, da die Evidenzlage in dieser Altersgruppe noch begrenzt ist.
Wie läuft eine VR-Therapie-Sitzung ab?
Ablauf einer VR Therapie Sitzung in Klinik und Praxis
Patient:innen setzen die VR-Brille auf und tauchen in ein virtuelles Szenario ein. Die Therapeut:in steuert den Verlauf über eine Desktop-Anwendung — Szenen starten, Schwierigkeitsgrad anpassen, einzelne Elemente verändern, etwa Anzahl von Spinnen oder Höhe eines Gebäudes. Das ermöglicht eine strukturiert dosierte Exposition innerhalb der regulären Therapiestunde.
Wie das im smartsystem konkret aussieht, erfahren Sie hier.
Ab welchem Alter ist VR-Therapie geeignet?
VR Therapie: Altersempfehlungen und Eignung
VR-Therapie ist ab etwa 12 Jahren einsetzbar. Der neurobiologische Wirkmechanismus ist derselbe wie bei Erwachsenen — was sich ändert, ist die therapeutische Rahmung.
Wie das in der Praxis aussieht und was es dabei zu beachten gibt, erklärt dieser Artikel.



